K.Flay in Concert – Review

18.02.2018 im Schlachthof Wiesbaden  

Vorband: Toksï
Ich musste (trotz Kälte) vor die Tür. Die (Kinder-)Musik wäre vlt. gerade noch so zu ertragen gewesen (aber auch nur vielleicht) – doch die „Ansagen“ ließen mein Geduldsfass schneller überlaufen, als ich ein Bier bestellen konnte.

K.Flay macht …
… Musik die sich nur schwer in eine Schublade stecken lässt. (So mag ich das).
In der Konzert-Ankündigung steht: „Ein Genre-Mashup aus Indie, Pop, Electro, R’n’B und Rap“

Publikum / Stimmung
Leider waren so wenig Leute da, dass die Halle nach der 3. / 4. Reihe vor der Bühne mit einem großen schwarzen Vorhang abgetrennt war, damit es sich nicht nur nach Soundcheck anfühlt. In Anbetracht der ungerechtfertigt traurigen Besucherzahl war die Stimmung bei Band und Publikum jedoch erstaunlich gut.

Sound
K.Flay kam diesmal nicht alleine mit Drumcomputer sondern mit Schlagzeuger, Gitarrist und Bassist / Percussionist.
Die Instrumente tun der Musik und dem gesamten Live-Auftritt sehr gut. Der Sound war auch top und die Lieder kamen fast alle 1:1 wie von der Platte. Das finde ich erstmal nicht schlecht – im Gegenteil -, mir hat aber irgendwie ein wenig der Live-Charakter gefehlt. Es war quasi schon zu gut gespielt. Ein bisschen mehr Punch und Solos von den Instrumenten und vlt. etwas angepasste / geänderte / längere Versionen der Lieder bzw. etwas mehr Improvisation hätte dem ganzen noch das I-Tüpfelchen aufgesetzt.

Performance
Stimmung machen kann das Mädel, daran lies sie keinen Zweifel. Fräulein Flay wirkt mit ihrer Präsenz vermutlich auch alleine auf einer großen Festivalbühne nicht verloren. Und sympathisch schnacken kann sie auch. (Ich erwähne das, weil mir das Gequatsche bei vielen Bands neuerdings tierisch auf den Senkel geht: zu Danko Jones, der ollen Laberbacke, gehe ich zum Beispiel nur noch mal, wenn ich Lust auf ein Live-Trash-Hörspiel bekommen sollte.)

Location
Der Schlachthof gehört seit jeher zu meinen absoluten Lieblings-Locations. Die Jungs und Mädels dort machen alles richtig und trotz Neubau haben sie es geschafft den Charme des alten Schlachthofes so gut es geht zu bewahren. (Etwas, das die Batschkapp in Frankfurt leider komplett verkackt hat.)
Leider war die (eigentlich gar nicht so große) Halle in diesem Fall viel zu groß – was die Crew mit dem Abhängen des Saals trotzdem bestmöglich gemeistert haben.

Dauer
Ich habe wohl weder auf die Uhr geschaut, noch die Lieder gezählt, aber mir kam die Show ein wenig kurz vor. Ich hätte noch ein Stündchen mehr vertragen. Auch Zugaben gab es keine – was ich aber ausschließlich dem Publikum in die Schuhe schiebe.

Fazit: 9/10 – jederzeit wieder. Dann aber hoffentlich mit mehr Publikum oder in der kleinen Räucherkammer des Schlachthofs.

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